Der Zinsdeckungsgrad sagt aus, wie häufig das Unternehmen die Zinsaufwendungen für aufgenommene Kredite von dem operativen Ergebnis bezahlen kann.

Das Ergebnis ist ein Frühindikator für eine anstehende Insolvenz eines Unternehmens. Der Zinsdeckungsgrad, auch Zinslastquote genannt, ist das Verhältnis von Zinsaufwendungen und den Einnahmen des Unternehmens. Im Englischen wird diese Schuldenkennzahl als ‚debt burden level‘ oder ‚interest service cover ratio‘ ISCR bezeichnet.

Es wird die Schuldentragfähigkeit bzw. das Kreditrisikos eines Unternehmens widergespiegelt. Je höher der Zinslastquote, desto geringer ist das Kreditausfallrisiko und desto ‚einfacher‘ kann ein Unternehmen die Kreditaufwendungen bedienen. Ist die Zinslast eines Unternehmens bereits hoch, so kann kein weiteres Fremdkapital aufgenommen werden. Aus diesem Grund dient diese Kennzahl als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Investitionen. Der Zinsdeckungsgrad kleiner 1 bedeutet, dass die Zinslast nicht aus dem operativen Ergebnis getätigt werden kann. Für Investoren ist daher ein Ergebnis größer 1,5 Pflicht!

    \[    \boxed{\mathrm{Zinsdeckungsgrad=\frac{EBIT}{Zinsaufwendung}}}\ \]

 

Schuldendienstdeckungsgrad

Eine weitere bedeutsame Schuldenkennzahl ist der Schuldendienstdeckungsgrad. Ein anderer Begriff dafür ist der Kapitaldienstdeckungsgrad. Im Englischen wird diese Kennzahl ‚debt service coverage ratio‘ DSCR genannt. Es werden Kreditzinsen und Tilgung den Einnahmen gegenübergestellt. Die Zinslast und Tilgungen bilden gemeinsam den Schuldendienst. Für Projektinvestitionen sollte die Kennzahl mindestens einen Wert von 1,2 aufweisen.

    \[    \boxed{\mathrm{Schuldendienstdeckungsgrad=\frac{EBITDA}{Zinsaufwendung+Tilgungszahlungen}}}\ \]