Enterprise-Value Kennzahlen

Enterprise Value

Das Enterprise Value betrachtet nicht nur den Marktwert des Eigenkapitals, sondern auch den Marktwert des Fremdkapitals. Denn das Unternehmen erwirtschaftet seinen Cash Flow bzw. Gewinn mit Hilfe des Eigenkapitals und dem Fremdkapital.

Enterprise Value =
Marktwert Eigenkapital + Marktwert Fremdkapital + Minderheitsanteile – Liquide Mittel – Finanzanlagen – Nicht betriebliche Vermögenswerte

Die Marktkapitalisierung spiegelt den Marktwert des Eigenkapitals wieder. Der Marktwert des Fremdkapitals wird durch den, in der Bilanz, angegebenen Fremdkapital bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel Kredite von Banken und Rückstellungen.
Der Vorteil des Enterprise Value’s ist, dass das Fremdkapital und das Eigenkapital betrachtet werden. Demnach hat eine hohe Verschuldung einen negativen Einfluss auf das Ergebnis dieser Bewertungskennzahl.

 

 

EV/EBITDA

Das Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization beschreibt näherungsweise den Brutto-Cashflow. Demnach beschreibt das EV/EBITDA das Verhältnis zwischen Unternehmengesamtwert und dem erzeugten Brutto-Cashflow. Mit dieser Kennzahl lassen sich innerhalb einer Branche mehrere Unternehmen vergleichen. Besonders Abschreibungen beeinflussen diese Kennzahl. Das EV/EBITDA lässt sich zudem hervorragend bei stark verschuldeten Unternehmen anwenden, da Unternehmen mit einer hohen Verschuldung und einem guten Free Cashflow ein hohes Aktienpreispotential aufweisen. Ein Vergleich dieser Kennzahl über diverse Branchen hinweg ist nicht sinnvoll, da die Investitionskosten und Abschreibungen von Branche zu Branche unterschiedlich sind.

Der Mittelwert des EV/EBITDA liegt bei den meisten Unternehmen zwischen 8 und 10. Bei Wachstumaktien beträgt dieser Wert häufig über 10.

    \[ \boxed{\mathrm{EV/EBITDA=\frac{EV}{EBITDA}}}\ \]

 

Der Durchschnitt des EV/EBITDA liegt ca. bei 9.

 

EV/EBIT

Das Earnings Before Interest and Taxes eignet sich besser, um diverse Unternehmen miteinander zu vergleichen. Das EV/EBIT beschreibt das Verhältnis zwischen Unternehmensgesamtwert und dem operativen Gewinn. Das Ergebnis dieser Kennzahl drückt aus, nach wie vielen Jahren sich eine Investition „theoretisch“ amortisiert hat. Diese Finanzkennzahl eignet sich hervorragend zum Vergleich von Aktiengesellschaften über Branchen hinweg und ist ein zentraler Bewertungsmultiplikator.

Bei den meisten Unternehmen liegt diese Kennzahl zwischen 11 und 13 „Jahren“. Ein geringerer Wert als 11 ist somit als günstig einzustufen. Ein EV/EBIT von 11 besagt, dass ein Investor des gesamten Unternehmens bei kontantem Gewinn in 11 Jahren die Investition amortisiert hätte.

    \[ \boxed{\mathrm{EV/EBIT=\frac{EV}{EBIT}}}\ \]

 

Der Durchschnitt des EV/EBIT liegt bei den größten 2000 Unternehmen bei ca. 12,5.

 

EV/FCF

Weil das Free Cashflow die Zinszahlungen und die notwendigen Investition (CAPEX) berücksichtig, ist die Kennzahl EV/FCF im Vergleich zum EV/EBITDA und EV/EBIT die genauste Kennzahl. Das Free Cashflow wird wie folgt berechnet:

    \[ \boxed{\mathrm{EV/FCF=\frac{EV}{FCF}}}\ \]

Der Free Cashflow vor Zinsen berechnet sich mit folgender Formel:

    \[ \boxed{\mathrm{FCF=Operativer~Cashflow+Fremdkapitalzinsen-Investitionen}}\ \]

 

 

EV/Sales

Das EV/Sales berechnet sich aus dem Enterprise Value und den Umsatzerlösen und bildet das Gegenstück zum KUV, dem Kurs Umsatz Verhältnis. Der Mittelwert des EV/Sales beträgt zwischen 0,8 und 1,4. Auch hier gilt: Je höher das Ergebnis, desto teurer die Aktie.

    \[ \boxed{\mathrm{EV/Sales=\frac{EV}{Sales}}}\ \]

 

Der Durchschnitt liegt bei 1,7.